35 Menschen nahmen sich während der Repressalien im Ausnahmezustand das Leben, berichtet die CHP. Der Ausnahmezustand wurde nach dem Putschversuch von der regierenden AKP, der Partei Erdogans, verhängt und ermöglicht es ihr per Notstandsdekrete im Eiltempo zu operieren.

Der CHP-Bericht mit dem Titel “Suizide, die im Ausnahmezustand geschahen”, verdeutlicht unter welchen Umständen 35 Menschen, entweder mittelbar oder unmittelbar betroffen, Suizid begangen haben. Sie alle eint das gemeinsame Schicksal Opfer der “Säuberungen” nach dem Putschversuch geworden zu sein. Bei der “Säuberung” wurden sie in der Vermutung Kontakte zu der sogenannten Gülen-Bewegung zu pflegen verhaftet oder suspendiert.

Der Bericht der CHP wurde vom stellvertretenden Vorsitzender Veli Ağbaba erstellt.

13 von ihnen suizidierten sich zuhause, sieben im Gefängnis, eine(r) im Gefangenenlager, eine(r) im Studentenwohnheim, acht am Arbeitsplatz und fünf auf der Straße.

Laut dem Bericht sind unter ihnen 17 Polizeikommissare, vier Soldaten, vier Lehrer, zwei Gefängniswächter, ein Rechtsberater, ein Distrikt-Gouverneur, ein Imam, ein Staatsanwalt, ein Ingenieur, ein Student, ein Arzt und ein Zahnarzt.

Im Bericht wird weiterhin aufgeführt wie die fehlende Rechtsstaatlichkeit und die damit verbundene fehlende Aussicht auf ein rechtmäßiges, gerechtes Verfahren den Nährboden für die Suizidfälle bilden. Hinzu kommt die Folter an den Gefangenen. Die Schuld der Betroffenen ist nicht bewiesen, sondern wird nur vermutet. Grundlage für diese Vermutung bildet wiederum der Kontakt zur sog. Gülen-Bewegung (“Hizmet”-Bewegung).

Die Türkei hat ein Putschversuch erlebt, wobei über 240 Menschen ums Leben kamen und über 1000 Menschen verletzt wurden. Gleich im Anschluss hat die AKP, die Partei von Recep Tayyip Erdogan, die sog. Gülen-Bewegung beschuldigt.

Innenminister Süleyman Soylu hatte am 2. April in einem Bericht zur aktuellen Lage verkündet, dass seit dem gescheiterten Putschversuch vom 15. Juli insgesamt 113 260 Menschen beim Vorgehen gegen die sog. Gülen-Bewegung inhaftiert wurden und 47 155 von ihnen sich in Untersuchungshaft befinden.

(Turkish Minute)

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