Die türkische Regierung hat zwei neue Notstandsdekrete, sogenannte KHKs, erlassen. Dadurch werden 922 Menschen entlassen, davon 120 Akademiker aus 28 Universitäten quer durch die Türkei.

Mit der aktuellen Suspendierung der Akademiker hat die Gesamtzahl der Entlassenen, seit dem Putschversuch am 15. Juli 2016, eine Rekordzahl von 8.391 erreicht.

Die neuen Notstandsdekrete 693 und 694 wurden am Freitagmorgen im Amtsblatt verkündet.

Seit dem gescheiterten Putschversuch hat die türkische Regierung mit den Notstandsdekreten im Ausnahmezustand mehr als 146.000 Berufstätige suspendiert, darunter Soldaten, Richter, Lehrer, Polizisten und andere Beamte.

Laut BBC wurden mindestens 4.272 Richter und Staatsanwälte und 22.920 Soldaten/Offiziere vom Staatsdienst “gesäubert“, aufgrund von angeblichem oder tatsächlichem Kontakt zur Gülen-Bewegung. Letztere wird von der türk. Regierung für den misslungenen Putschversuch beschuldigt ihn organisiert zu haben, was von der Bewegung strikt abgelehnt wird.


Bei dem vernichtenden Putschversuch gab es an diesen Tagen 249 Todesopfer und mehr als 1000 Verletzte. Im Anschluss wurde von Recep Tayyip Erdogan und seiner AKP die sog. Gülen-Bewegung hierfür beschuldigt.

Fethullah Gülen, der Mentor der Bewegung, hat abermals jegliche Beteiligung am Putschversuch abgesprochen. Doch Erdogan als Präsident und seine Regierung starteten eine gewaltige Säuberung des Staates von allen Sympathisanten der Bewegung. Zu der Säuberungsmaßnahme gehört auch die Entmenschlichung ihrer bekannten Persönlichkeiten und deren Bewachung.

Das türkische Justizministerium hat am 13. Juli verkündet, seit dem schiefgegangenen Putsch 50.510 Menschen verhaftet und 169.013 Menschen in Gerichtsverfahren verwickelt zu haben.

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